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Claudia Hüttig

– über mich:


  • Jahrgang 1964
  • verheiratet
  • zwei Kinder
  • Gemeinde-/ Religionspädagogin
  • C-Kantorin
  • Dipl.-Sozialarbeiterin / Dipl.-Sozialpädagogin (FH)
  • Systemische Therapeutin / Familientherapeutin (DGSF)

Persönlich:

Geboren bin ich in der Oberlausitz und konnte in der Familie und der Nachbarschaft bereits unterschiedlichste Facetten menschlichen Miteinanders erleben und die Verantwortung füreinander spüren.

Ich erinnere mich an viele Freiräume in meiner Kindheit und an einen großen Freundeskreis meiner Eltern. Ergänzt wurde dies durch die Einbindung in verschiedene christliche Kreise. Hier wurden meine frühen Wertvorstellungen geprägt und gleichzeitig wurde eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem DDR-System nötig.

Die Gratwanderung hat mich reifen lassen.  Kirchliche Ausbildungen (u.a. »Malche) brachten mir die gewünschte Bildungserfahrung von geistiger und geistlicher Weite (Ökumene, Toleranz) einerseits und einem verantwortlichen diakonischen Miteinander andererseits.

Mit der friedlichen Revolution habe ich auch mein Leben noch einmal vom Kopf auf die Füße gestellt. Heirat, Hausbau und Familiengründung gingen einher mit einem beruflichen Neustart, parallel dazu ein berufsbegleitendes Studium. Die Begegnungen mit Menschen anderer kultureller und religiöser Herkunft hat mich nicht nur beruflich (»Hillersche Villa) sondern auch persönlich geprägt.

Der Reichtum unterschiedlicher Prägung trotz aller Widrigkeiten von Vertreibung, Flucht und Neuanfang in einem anderen Kulturkreis hat mich immer wieder aufs Neue berührt. Schon damals stellte sich nicht nur mir die Frage: Wie können wir trotz deutlicher kultureller und religiöser Unterschiede einen gemeinsamen Nenner finden, um miteinander zu leben. Wie kann Geben und Nehmen gelingen, damit Parallelwelten nicht nötig werden?

Beruflich:

Mein beruflicher Werdegang ist vielschichtig und im Rückblick sehr bereichernd gewesen.

Nach der musikalischen und pädagogischen Arbeit in einer Kirchgemeinde eröffnete mir die politische Wende die Möglichkeit zum Studieren. Parallel dazu arbeitete ich in einem kulturpädagogischen Projekt in Zittau, heute die Hillersche Villa.

Hier war ich Anfang der 90er Jahre mitten in einer für alle Bewohner dieser Grenzregion nicht leicht zu verkraftenden Umbruchszeit, verantwortlich für den Aufbau einer Beratungsstelle für Menschen mit Migrationshintergrund.
Begegnung, Vernetzung, Bildung und Beratung waren ineinander verwoben. Diese Tätigkeit hat meinen Horizont noch einmal geweitet. Unter anderem habe ich Begegnungen und andere Bildungsprojekte für Kindergärten und Schulen angeregt und eine Konferenz von Flüchtlingsinitiativen aus Polen, Tschechien, Deutschland und Österreich unter Mitwirkung des UN-Flüchtlingskommissariats organisiert. Jede Begegnung ist sozusagen eine „Weiterbildung“, denn jeder Mensch ist wohl eine eigene Kultur mit seinem je eigenen Erfahrungsschatz. Manchmal braucht es „Kulturdolmetscher.“

Nach der Erziehungszeit startete ich beruflich noch einmal neu in einer Kinder- und Jugendtagesklinik. Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien und den dazugehörigen Hilfesystemen hat mich zu einer weiteren Fortbildung veranlasst. Die Ausbildung zur systemischen Therapeutin / Familientherapeutin (»FamThera) hat mir zu einem noch tieferen Verständnis familiärer Beziehungen verholfen. Der ressourcen- und lösungsorientierte Ansatz ist mir besonders wichtig geworden.

Meine Anliegen:

Ich möchte in meinen Seminaren einladen, genau hinzuschauen und zuzuhören.

Dabei kann ein Weg entstehen hin zu einem tieferen Verständnis. Es sind eher die kleinen Schritte hin zu neuen Lösungen.

Die Macht der Kultur, also die Macht der Gewohnheit und der Widerstände ist eine starke Macht. Aber da es auch gute Gewohnheiten gibt, braucht es die Freiheit, ohne Erwartungs- oder Zeitdruck etwas bewegen und entwickeln zu können.

Der Wunsch nach schnellen Lösungen ist nachvollziehbar. Häufig bleibt da jemand auf der Strecke oder wichtige Anliegen bleiben unausgesprochen. Manchmal genügen kleine Impulse, um den Blick zu weiten.

Auf das Verbindende zu schauen ohne das Trennende zu verleugnen - das bleibt die große Herausforderung.

Manchmal gelingt die "friedliche Koexistenz" – der Respekt vor der persönlichen Geschichte meines Gegenübers und seinen momentanen Lösungsansätzen. Das ist viel. Das bedeutet Toleranz – Dulden, sich gegenseitig stehen lassen. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr.

Perspektivwechsel und Einfühlung helfen bei einer Annäherung. Rezepte gibt es nicht. Es kann nur gelingen, wenn es von beiden Seiten gewollt und gepflegt wird. Dann entsteht in kleinen Schritten der Weg unter den Füßen.

Gute Lösungen haben viel mit Freiheit zu tun, manchmal ist es die kleine Freiheit auf dem Weg, der kleinste gemeinsame Nenner.
Und beim nächsten Mal kann es neue Schritte geben…